Hey, meine Solaranlage war echt teuer, die muss sich rentieren! Koste es was es wolle!

Im November 2006 war es soweit: Meine richtig echt verdammt teure thermische Solaranlage mit Heizungsunterstützung ging online! Ihre Investition sollte sich innerhalb von 25 Jahren armotisieren, schreibt Wikipedia. Hier nun die nächsten 25 Jahre meinen Bericht über die tatsächliche Effizienz.

Erster „Längenvergleich“ seit Monaten .. so viel weniger verbrauche ich

Nachdem die Sommermonate vorbei sind und die solare Wärme zu wenig ist, um das Haus zu heizen, muss ich wieder kräftig Gas verbrauchen. Aktuell verbrauche ich täglich gut 4 bis 5 m³ an Erdgas für Heizung und Warmwasser. Bei Außentemperaturen von etwa 2 bis 3°C ein doch recht hoher Wert, wie ich finde.

Nun aber hat ein Freund mit seinem Nicht-Niedrigenergie-Haus seine Verbrauchswerte der letzten 30 Tage bekanntgeben: Demnach hat er für sein ca. 135m² Haus mit gut 60m² zusätzlichem beheiztem Keller insgesamt 80m³ innerhalb eines Monats verbraucht. Ich mit meinen ca. 125m² + ca. 50m² Wohnkeller dagegen nur 70m³.

Was auf den ersten Blick nach einem ordentlichen Unterschied aussieht (es sind immehin gute 12% Ersparnis!) entpuppt sich beim Blick auf die EURO’s als weniger erfolgreich. Die 10m³ Ersparnis entsprechen bei mir etwa 114 kW/h an Heizleistung zum Preis von zusammen EUR 6,86. Stark vereinfacht hochgerechnet sind dies EUR 50 pro Jahr an Gewinn im Vergleich zur Solaranlage zur reinen Brauchwassererwärmung. Soll sich also meine Investition erst in weit über 100 Jahren amortisieren?

Eine Untersuchung der Randbedingungen mit anschließendem Schönrechnen muss her! Der erste große Unterschied liegt darin, dass mein Gasbrennwertkessel einen ca 500l Puffer erwärmt, aus dem sich der Heizkreis bedient. Beim Konkurrenten gibt es einen solchen Puffer nicht. Was eigentlich im ersten Moment für mich spricht — immerhin kann ich besser haushalten — zeigt dennoch seine Schwächen: Während das gegnerische Team die Heizungseinstellungen einfacher vornehmen kann, muss ich mit den zahlreichen Abhängigkeiten kämpfen — wie lange soll der Kessel mindestens laufen um Brennerstarts zu vermeiden? Welche maximale Vorlauftemperatur für welchen Heizkreis, und und und.

Auch ist der zeitliche Vorsprung meines „Mitheizers“ um mehrere Jahre groß. Er konnte bereits seine Einstellung soweit auf Kosteneinsparung optimieren, während ich den letzten milden Winter nur in den Unmengen an Konfigurationsmöglichkeiten herumstocherte.

Es bleibt dennoch spannend! Die Frage ist, ob ich diesen Winter meine Heizung weiter auf Vordermann bringen kann? Auch ist die Frage, ob ich den Heizkreis 1 auf ein Minimum drosseln kann, ohne die Warmwasser-Bereitschaft zu gefährden?

4 mal Senf satt für “Erster „Längenvergleich“ seit Monaten .. so viel weniger verbrauche ich”

  1. Alltag |

    Toller Beitrag!

  2. Paul |

    Wirklich toller Beitrag! Mich würden nunmehr deine Einstellungen des Heizprogramms 1 interessieren. Ich habe diese nämlich noch nicht annähernd gefunden.

  3. stefan |

    Hallo Paul, das werde ich machen …. bald 😉

  4. stefan |

    Hallo Paul,
    hier sind nun meine aktuellen Einstellungen der Heizung. Feedback und andere Einstellungen sind gerne willkommen!

Is mir wurscht was für'n Senf Du abgibst, aber sag was! Hier und jetzt!

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