Hey, meine Solaranlage war echt teuer, die muss sich rentieren! Koste es was es wolle!

Im November 2006 war es soweit: Meine richtig echt verdammt teure thermische Solaranlage mit Heizungsunterstützung ging online! Ihre Investition sollte sich innerhalb von 25 Jahren armotisieren, schreibt Wikipedia. Hier nun die nächsten 25 Jahre meinen Bericht über die tatsächliche Effizienz.

Vergleich Investitions- und Betriebskosten verschiedener Wärmesysteme

Beim Stöbern nach Antworten zu solaren Fragen bin ich (mal wieder) über eine interessante Seite von ReSys gestoßen. Ein PDF-Dokument vom März 2007 vergleicht verschiedene Heizungssysteme bezüglich Investitions- und Unterhaltskosten. Für mich verwunderlich: Die Wärmepumpe (Wasser/Wasser) schneidet in Summe am schlechtesten ab, Gewinner ist die Gasheizung mit Flüssiggas (PB).

Verglichen werden u.a. eine Peletsheizung mit Sacksilo, eine Ergas- und Flüssiggas-Heizung, ein Öl-Brennwert-Kessel und eben die Wärmepumpe. Alle Wärmesystem werden zusätzlich mit einer Solaranlage zur Warmwassererwärmung ausgestattet.

Bei den Investitionskosten bekommt die Wärmepumpe ihr Fett weg: Mit über € 23.000 kostet die Anlage knapp € 10.000 mehr im Vergleich zur günstigsten Investionsquelle — im Vergleich zu meiner Gasheizung sind es immerhin € 9.000 an Mehrkosten. Auch die Pelletsheizung langt ordentlich zu: gut € 5.000 an mehr müssen berappt werden.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den jährlichen Betriebskosten. In dem Vergleich verbraucht die Pelletsheizung etwa € 875 p.a. am wenigsten, gefolgt von der Wärmepumpe mit über € 200 Abstand (€ 1.094) und den Gas- und Ölbrennern mit etwa € 1.300 p.a..

Alle Kostenpunkte inkl. der Investition ergibt laut der Aufstellung einen Punktsieg für die Flüssiggasheizung. Die Pellets- und Erdgas-Wärmeanlagen folgen mit geringen Abstand.

Hier nochmal der Link zum Übersicht: Investitions- und Betriebskosten verschiedener Wärmesysteme

8 mal Senf satt für “Vergleich Investitions- und Betriebskosten verschiedener Wärmesysteme”

  1. Steppi |

    Favorisiere zur Zeit die Wärrmepumpe und bin wirklich über das Ergebis erstaunt. Auf der anderen Seite ist doch davon auszugehen, dass die Heizkosten für fossile Brennstoffe massiv steigen werden. Muss das nicht auch berücksichtigt werden… .

  2. stefan |

    Hallo Steppi,
    das ist schon richtig, dass bei Öl- und Gas eine hohe Preis-Ungewissheit herrscht. Der notwendige und nicht wenige Strom für die Wärmepumpe ist die letzten Jahre ebenfalls stark gestiegen. Wie auch in der verlinkten Übersicht unten kurz notiert, ist das „Energiekosten-Risiko“ auch für Wärmepumpen sehr hoch.

  3. laura |

    Das wundert mich allerdings auch, dass die Wärmepumpe am schlechtesten abschneidet. Viele Leute installieren diese doch extra um Kosten zu sparen. Vielleicht sollte man das ganze mal öffentlicher machen! Damit man auch wirklich gut informiert ist, was man letztendlich enutzen soll um günstig wegzukommen.

  4. Kunst des Lebens |

    Die grösste Kunst wäre es natürlich die Preisentwicklung und Verfügbarkeit der allgemeinen Rohstoffe zu kennen – dann könnte man sich auch garantiert dauerhaft richtig entscheiden. Aber dann könnte man ja zaubern und wäre bestimmt nicht hier. In der augenblicklichen Situation entscheide ich mich aber auch für das Wärmepumpensystem.

  5. claudia |

    Wie sich die Zeiten ändern … 2002 hatte ReSys das Energiekostenrisiko für Wärmepumpen noch mit „gering“ eingestuft (http://resys-ag.de/forum/sysvergl/vergl33.pdf), 2007 ist es schon „hoch“. Leicht unklar ist mir auch, warum das Energiekostenrisiko bei BKHW normal ist, bei Brennwert aber hoch – nutzen BKHWs anderes Erdgas? Und mit der Einschätzung des Heizöl-Risikos als „sehr hoch“ scheint man eine Loslösung des Gaspreises vom Ölpreis vollzogen zu haben …

    Gab es 2007 noch keine BAFA-Förderung für Wärmepumpen?

  6. Michl |

    Wirklich schweres Thema momentan. Aber rein optisch würde ich auch sagen, im Vergleich Anschaffung Wärmepumpe und Brennwert. Es ist schon ein grosser Unterschied bis sich diese Differenz wieder rechnet. Außerdem erdgas 7 cent/kwh und strom ca 14 cent/kwh…und strom kein CO²????????? da lach i aber die Heizkraftwerke blasen zehn mal mehr raus als Brennwertgeräte. Strom sieht nur sauber aus. Ausserdem haben wir bei Strom 2% verlust vom Werk zur Steckdose d.h. es laufen eine Krafterke nur um diesen Verlust auszugleichen.

    MfG.

  7. Heizkosten sparen |

    Prinzipiell sollten Heizsysteme genutzt werden, die so wenig wie möglich über den Handel beziehbare Brennstoffe verbrauchen. Egal wieviel Öl und Gas es noch gibt und jemals geben wird, sie werden immer (künstlich gesteuert) teurer werden. Pellets waren in den Anfängen wirklich sehr günstig, mit wachsendem Verbrauch… Ergebnis bekannt! Am besten (wenn machbar) mit Sonne (sprich Solar) oder Erdwärme heizen.

  8. franz |

    Leider fehlt beim Vergleich die Luft/Wasserwärmepumpe. Die Investitionskosten sind dabei um ca. € 10.000,– geringer als bei der Wasser/Wasserwärmepumpe, wobei die Jahresleistungziffer ebenfalls beireits über 4 liegt. Damit ist die Luft Wasserwärmepumpe bei Investkosten und Betriebskosten unschlagbar.

Is mir wurscht was für'n Senf Du abgibst, aber sag was! Hier und jetzt!

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