Hey, meine Solaranlage war echt teuer, die muss sich rentieren! Koste es was es wolle!

Im November 2006 war es soweit: Meine richtig echt verdammt teure thermische Solaranlage mit Heizungsunterstützung ging online! Ihre Investition sollte sich innerhalb von 25 Jahren armotisieren, schreibt Wikipedia. Hier nun die nächsten 25 Jahre meinen Bericht über die tatsächliche Effizienz.

Warmwasser-Problem: Ist mein 10KW Kessel unterdimensioniert?

Im August hatte ich einen interessanten Telefonanruf: Ein Heiungsbauermeister aus dem Bayerischen Bad Birnbach rief bei mir an und wollte über mein Warmwasser-Problem reden. Ein potentieller Kunde von Ihm interessierte sich über Solaranlagen mit Heizungsunterstützung. Als dieser meinen negativen Bericht über mein Warmwasser-Problem las, schreckte er vor der Investition zurück und sagte dem Heizungsbauer ab. Natürlich lies es sich der Bad Birnbacher nicht nehmen, mit mir die Ursache für das Problem zu diskutieren — ein interessantes Gespräch begann.

Für ihn war das von mir beschriebene Problem ein Ding der Unmöglichkeit: Dieses Problem darf einfach nicht auftreten! Nach einigen Diskussionen über meinen Puffer, die Anlagengröße kamen wir auf den Brennwert-Kessel zu sprechen. Mein Paradigma Modula-II Gaskessel (Bild groß) verfügt über nur 10KW Nennleistung — laut dem Heizungsbauer viel zu wenig und klare Ursache für mein Problem!

Schluck! War etwa mein Kessel falsch dimensioniert? Laut meinem Experten am Telefon müssen mindestens 20KW Leistung her, sonst dauere die Nacherwärmung „natürlich“ so viel Zeit. Als Nicht-Heizungsbauer konnte ich diese Aussagen nur so hinnehmen. Aber nur für diesen Tag.

Ich rief einige Zeit später beim Paradigma-Werkskundendienst an und sprach mit einem Außendienstmitarbeiter unter anderem auch über die Aussage des Heizungsbauers. Auch der Pradigma-Kundendienstmitarbeiter kam zu dem Schluss, dass die 10 KW viel zu wenig seien — auch wenn er es vorsichtiger formuliert hatte.

Nun hatte ich zwei Aussagen von Experten, die meine Kesselleistung als zu gering ausgelegt sehen. Ich trat also auf meinen örtlichen Heizungsbauer heran. Vorweg gesagt: Mein Heizungsbauer hatte sich von Paradigma die Anlage nochmals gegenprüfen lassen, so dass er keine Probleme mit einer eventuellen Fehlplanung hat.

Die nette Frau vom Heizungsbauer kramte alle meine Unterlagen von vor zwei Jahren heraus und wir prüften gemeinsam die Unterlagen. In allen Berechnungen über die komplette Heizung mit solarer Unterstützung kam nie die Größe des Brennwertgerätes hinein. Wie auch in den Paradigma-Prospekten – und Broschüren beschrieben, gibt es lediglich einen Zusammenhang zwischen Personenzahl, Größe der Kollektorfläche und Größe des Puffers. Hierfür erfüllt meine Anlage die Voraussetzungen für die Solaranlage von Paradigma.

Nun kommt noch eine Berechnung über den Heizbedarf ins Spiel. Nach Berechnung des Heizungsbauers benötige ich auf allen drei Ebenen nur 9 KW an Wärmebedarf (die Zahl gebe ich hier ungeprüft wieder). Folglich ist ein 10 KW Kessel auch ausreichend!

Ähnliches sagte mir heute der Paradigma-Werkskundendienst-Mitarbeiter, der sich heute meinem Warmwasser-Problem widmete. Zwar sagte er zu Beginn auch (vorsichtig), dass 10KW recht wenig sei, nachdem er aber die Zahl von 9KW hörte, stand er ganz hinter den 10KW des Brennwertgerätes.

5 mal Senf satt für “Warmwasser-Problem: Ist mein 10KW Kessel unterdimensioniert?”

  1. DirkO |

    Hi Stefan,

    habe mich auch über diese Arbeitsweise des BWG gewundert. Das Gerät zeigt bei WW- Bereitung eine internen Sollwert von 78°C an Param. Auslesemodus 6. (Kesselvorlauftemp. Sollwert). Aber anscheinend moduliert das Gerät auf die optimale Brennwertleistung zurück, denn der Istwert VL in der Anzeige liegt bei mir ca. 5°C über dem eingestellten WW-Sollwert vom Regler (WWS 40°C + 10°K -> 50°C WWS zum BWG). Bei mir habe ich auch festgestellt, das mit steigender RL- Temp. das BWG herunter moduliert. Ein Ladevorgang dauert bei mir ca. 30- 40 min. An Deinem Speicher gibt es drei Möglichkeiten den TWO anzubringen (TWOKV, TWO, TWOGV), wo ist der bei Dir?.
    Ich glaube nicht, dass das Gerät zu klein ist, mein Gerät hat auch 10kW und der Speicher ist 800l gross.

    Gruss Dirk

  2. stefan |

    Hi Dirk,

    genau so eine Info habe ich gebraucht! Dann bin ich schon beruhigt, wenn das Brennwert-Gerät passt!

    Ja, es gibt bei mir drei mögliche Positionen für den WW-Fühler. Bei mir sitzt er in der unteren der drei Hülsen (den Namen kenne ich nicht :-))

    Ich habe mich mit der Anzeige und den Werten im Kessel etwas genauer befassen müssen. Mein Modula II Kessel moduliert je nach Anforderung nach unten — das passt ja mit Deiner Beobachtung überein.
    Im Kessel selber gibt es für die WW-Aufbereitung drei relevante Einstellungen:
    1.) Die Maximale Vorlaufsoll-Temperatur; steht bei mir jetzt bei 85°C.
    2.) Die Überhöhung WW gegenüber der Anforderung der Paradigma SystaComfort Steuerung; steht bei mir (als Test-Wert) statt auf 20°C (Standard-Wert) auf 30°C.
    3.) Die Dauer der Zwangsvolllast bei Anforderung WW … hm, den Wert muss ich erstmal schuldig bleiben. Der Wert sagt aber aus, dass der Kessel unabhängig von der berechneten Soll-Temperatur diese eingestellte Anzahl Minuten das Maximale an Leistung rausholen soll.
    Gruß, Stefan

  3. DirkO |

    Hi Stefan,

    zu Deinem Problem habe ich noch folgende Anmerkungen:

    In einem anderen Bericht schriebst Du von einem Umschaltventil, das von der Steuerung angesteuert wird. Das ist aber nicht so, sondern das Ventil sitzt im Optima Speicher und schaltet selbst- tätig (thermisch) bei 60°C in den oberen Bereich des Speichers (siehe auch TH- 1822 V1.2 Seite 14).
    Wenn Du den TWO- Fühler in die Position (TWOGV) gestecken hast, dann überlappen sich der WW- und Heizpuffer- Bereich und es kommt zu dem beschriebenen Effekt. Man sollte bei den UWP’en darauf achten, das diese die Schichtung in Kessel nicht zerstören. Bei mir laufen alle auf der kleinsten Stufe.
    Als Versuch würde ich vorschlagen Du versetzt den TWO in die Pos. (TWO) und fährst eine höhere Ladetemperatur für das WW (Sollwert auf 50- 52 °C) dann schichtest Du vorwiegend in den oberen Bereich das heisse WW.
    Bei mir lade ich morgens das WW mit der Komfort- Temp.(48°C) zum Duschen auf eine höhere Temperatur und Tagsüber auf 40°C.
    Die von Dir angeführte Zwangsvollast Einstellung habe ich sowohl in den Unterlagen von Paradigma bzw. Remeha nicht gefunden.

    Gruss Dirk

  4. keili |

    Hi Stefan,

    in deiner Überschrift steht ja Dein Problem, nämlich Warmwasser, die 9 KW ist rein für den Wärmebedarf. Heutzutage werden Häuser gebaut mit 4-7 KW Wärmebedarf, trotzdem haben die dann keinen 10 KW Kessel im Keller.

    Sorry, aber auch ich glaube, dass Dein Brennwertgerät zu klein dimensioniert ist.

    Übrigens spielt das preislich heute fast kein Unterschied mehr, wenn ein 10 KW Therme 2500,- kostet, dann kostet ne 30 KW vielleicht 10% mehr. Die Technik ist ja vollkommen die gleiche, nur der Brenner eben größer. Und vom Verbrauch spielt es auch keine Rolle, da die Brennwert Geräte ja alle stufenlos modulieren.

    Gruß

    Keili

  5. Frank |

    Das Problem kenne ich! Als wir vor 15 Jahren ein Reihenhaus Bj. 1950 grundsaniert haben, wurden wir von mehreren „Heizungsfachleuten“ auch so beraten. Die Energieberatung der Verbraucherberautng hatte zuvor einen Wärmebedarf von 6-7 KW (120 qm Wohnfläche) für die Heizung ermittelt. Alle Handwerker haben von dem 11 KW Brennwertkessel abgeraten – mindestens 18-20KW sollten es sein- wegen der unzureichenden Heizleistung für die Warmwasserbereitung.
    Nur der eine nicht – der letztlich den Auftrag auch erhalten hat. Und nach 15 Jahren Praxis kann ich nur sagen, 10 KW waren für uns genau richtig.
    Wir laden den Speicher normal nur einmal am Tag, dann reicht das Wasser in 98% der Fälle füe 4 Personen aus. Wenn absehbar viel Bedarf besteht, heizen wir manuell nach, aber sehr selten.

    11 KW Paradigma Modula Brennwertkessel
    6,5 qm Plattenkollektor
    400 Standspeicher
    Gasverbrauch 7500 KW p.A.
    Standort NRW

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