Hey, meine Solaranlage war echt teuer, die muss sich rentieren! Koste es was es wolle!

Im November 2006 war es soweit: Meine richtig echt verdammt teure thermische Solaranlage mit Heizungsunterstützung ging online! Ihre Investition sollte sich innerhalb von 25 Jahren armotisieren, schreibt Wikipedia. Hier nun die nächsten 25 Jahre meinen Bericht über die tatsächliche Effizienz.

Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen mit Heizungsunterstützung

Ob sich meine Investition in eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung lohnen wird, kann ich momentan nur schwer abschätzen. Ich sehe zwar meinen jährlichen Verbrauch an Gas, kann aber nur nicht sagen, wie viel Ersparnis ich tatsächlich durch die Solaranlage habe. Anders Dirk, er hat erst vor etwas mehr als einem Jahr eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung auf seinem Dach montiert. Jetzt — nach dem ersten vollen Jahr Laufzeit — konnte er seinen aktuellen Gas-Verbrauch mit den der Vorjahre vergleichen und ein tolles Ergebnis verbuchen!

Für seine über 200m² zu beheizende Fläche hatte er im Jahr 2008 einen Gas-Verbrauch von 1.869m³ bzw. 18.477 KWh. Nehme ich diesen KWh-Verbrauch mit den aktuellen Gas-Preisen aus meiner Region von 7,71 Cent pro KWh, ergibt sich ein Preis pro Jahr von € 1.425 zzgl. Grund- bzw. Arbeitspreis.

Diese jährlichen Gas-Kosten sind mit der Solaranlage mit Heizungsunterstützung entstanden. Ohne diese Solaranlage hatte Dirk (im Fünf-Jahres-Durchschnitt) einen Jahres-Verbrauch von 3.305 m³ bzw. 32.674 KWh. Lege ich den gleichen Preis für die KWh Gas wie für’s Jahr 2008 an, ergäben sich Gas-Kosten von jährlich € 2.519 zzgl. Grund- bzw. Arbeitspreis.

Mit anderen Worten hat Dirk Dank der Solaranlage mit Heizungsunterstützung nun 43% weniger Gas-Verbrauch pro Jahr! Er spart somit jährlich € 1.094 durch die Anlage ein (natürlich abhängig von der Gas-Preis-Entwicklung). Abziehen muss man von diesem Betrag natürlich noch die Wartungs- und Instandhaltungskosten für die Solaranlage. Pauschal würde ich durchschnittlich mit € 350 pro Jahr rechnen, da mit zunehmenden Alter der Anlage auch mehr Teile kostenpflichtig ausgetauscht werden müssen. Bleiben somit noch € 744 pro Jahr Ersparnis. Dirk hat nochmal darauf hingewiesen, dass die 43% nicht allein durch die neue Solaranlage entstanden sind, sonder auch zu einem guten Teil durch den Austausch des Gasbrenners durch ein moderneres Gerät.

Die Lebensdauer der Solaranlage kann ich nicht genau vorhersagen. Mein Heizungsbauer sprach zuletzt von etwa 15 bis 20 Jahren für diese Anlage. Somit ergibt sich eine Gesamt-Ersparnis zwischen € 11.160 und € 14.880. Natürlich können hier noch weitere Posten eingerechnet werden, wie etwa einen einmaligen Zuschuss des BAFA. Ebenso muss bei so einer Heizungsanlage der Kaminkehrer nur noch alle zwei Jahre vorbeischauen — allerdings nur, wenn sonst kein Kamin betrieben wird.

Für alle, die sich über eine Solaranlage mit oder ohne Heizungsunterstützung gedanken machen, wird Dirks Ergebnis (43% Einsparung!) sicher weiterhelfen.

Offen ist in solchen Berechnungen natürlich noch der Gas-Preis. Wie der sich entwickeln wird, kann wohl kaum einer voraussagen. Durch die aktuelle Finanzkrise sank im Jahr 2008 (und auch 2009) die Nachfrage nach Rohöl, wodurch der Ölpreis stark gefallen. Da der Gas-Preis am Preis für das leichte Heizöl gekoppelt ist, werden demnächst die Gaspreise fallen (der Gaspreis hinkt ja immer etwa 6 Monate hinterher). Langfristig kann aber sicher eines gesagt sein: Der Preis für das Rohöl und damit auch der Gaspreis wird sich weit nach oben bewegen — noch höher als im Sommer 2008!

12 mal Senf satt für “Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen mit Heizungsunterstützung”

  1. DirkO |

    Hi Stefan,

    toll Deine Gegenüberstellung und die Mühe die Du Dir damit gemacht hast.
    Ein paar Anmerkungen habe ich aber noch zu meinem Verbrauch:

    – einen Teil der Ersparnis kommt durch das neue BWG Modula II
    2- 10kW (schätze ca. 15- 18%) und der Rest durch Solar.
    – mein Brennwertfaktor vom Gas liegt bei 9,8861 kWh/m3.
    – die Wartung BWG und Solar hat € 89,– laut Wartungsvertrag
    gekostet.

    Ich hoffe nur, das wir auch dieses Jahr eine gute Solarausbeute haben und noch einige kWh durch Optimierungen einsparen können.

    In diesem Sinne sonnige Grüsse aus Schwalmtal (heute 5 Std.)

    Dirk

  2. Stephan vG |

    Hallo DirkO,
    ich komme aus MG und möchte eine Paradigma anlage anschaffen, spricht etwas dagegen wenn wir mal sprechen, denn Schwalmtal ist ja nicht weit weg…
    zB würde mich interessieren mit welchem Heizungs bauer zu zusammen arbeitest…

    gruss
    Stephan

  3. Roman |

    Interessante Diskussionen; wir haben ebenfalls Paradigma Brennwert mit Heizungsunterstützung durch Solar mit 9,8 qm Kollektor und 800l Speicher. Von Ende Mai bis Juni war der Kollektor 4 Wochen abgebaut, wegen Sanierungsarbeiten am Dach; die Temperaturen im Juni lagen am Standort wg. der Schafskälte im Durchschnitt unter den Temperaturen in den 4 Mai-Wochen davor. Wir haben aber im Juni (ohne Solar) etwa 10 Prozent weniger Gas verbraucht (58 Kubikmeter) als im Mai (64 Kubikmeter Gas plus 437 KWh Solarertrag in vier Wochen). Ich frage mich, wie das sein kann? Das heißt doch, der Solarertrag der Anlage verpufft quasi und kann gar nicht genutzt werden.

    Es wurde in beiden Monaten an zwei bis drei Tagen abends im Wohnzimmer geheizt. Der Rest ist Warmwasserverbrauch. Rein rechnerisch dürfte der Energieverbauch für Warmwasser bei unserem 5-Personen Haushalt bei max 375 KWh liegen (2,5 Kwh pro Person pro Tag).

  4. Karolin |

    Inzwischen müssen alle Neubauten und Sanierungen energetisch vorgenommen werden. Immerhin schießt der Staat wenigstens ein bisschen Geld zu, und wenn es der Umwelt hilft-umso besser. Wer Strom spart, senkt außerdem seine Energiekosten, langfristig sind Solaranlagen also eine gute Sache!

  5. obru |

    Ich denke eine Investition zur Verminderung der Heizkosten wird immer lohnend sein. Wenn man mal die Rechenspielchen weglässt, die man eh nur durch Schätzen aufgrund des schwankenden Ölpreis machen kann, kann man doch davon ausgehen, dass in Zukunft viel Geld eingespart werden kann.

  6. Andreas |

    43% Ersparnis wären ja zu schön um wahr zu sein.
    Das der Vergleich aber mit dem Einbau eines neuen Brenners zusammengelegt wird, macht es schwer den Anteil der Solaranlage wirklich zu berechnen.
    Als ich 2008 meinen Gasbrenner von 1994 durch ein Brennwertgerät ausgetauscht hatte, ergab sich eine Reduzierung von fast 30% – natürlich nicht Witterungskompensiert. Jetzt liegt mein Verbrauch bei 190m² Wohnfläche und 5-Personen Haushalt bei 25.000kWh/Jahr. Gehe ich bei einer Solaranlage von 15% Anteil aus, ergeben sich daraus 3.750kWh/Jahr. Das macht beim aktuellen Gaspreis von 5ct/kWh eine Ersparnis von 187,50€/Jahr. Dem gegenüber steht eine Investitionssumme von ????€
    Ganz klar, dass die Gaspreisentwicklung unbekannt ist und man davon ausgehen kann, dass dieser steigt. Nur muss sich die Investion irgenwie auch rechnen, ansonsten bleibt es leider nur eine idealistische Investition in den Umweltschutz. Ansosnten hätte ich mir 2008 auch eher eine Wärmepumpe eingebaut.

  7. der Wolff |

    Hallo zusammen, ich bin auch am überlegen, ob ich mir eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung anschaffe.
    Leider habe bis jetzt keine belastbaren Zahlen gefunden, ob sich die Investition überhaupt irgendwann mal rechnet.
    Um echte Zahlen zu bekommen, müßte man eine solche Anlage installieren und dann sehen, was passiert. Wenn ich meine alte Heizung tausche und gleichzeitig eine Solaranlage installiere, habe ich wieder keine Zahlen, was wieviel bringen würde….. schade eigentlich

  8. Detlef Malinowsky |

    Hallo Zusammen,

    wir haben belastbare Zahlen, da wir alle unsere umgesetzten Solaranlagen mit Zählern ausstatten.
    Ob tatsächlich durch eine Solaranlage 43% Energie gespart wurden kann ich ohne weiter Info’s nicht beantworten (Größe, Ausrichtung, Winkel, hydraul. Einbindung).
    Aber wir können sagen wieviel Energie „unsere“ Anlagen produzieren, und diese Erträge übertreffen sogar die simulierten Erträge.
    Das Geheimnis einer ertragsreichen Solaranlage ist übrigens nicht der Flach- oder Röhrenkollektor, oder der Hersteller, sondern immer das hydraulische Gesamtsystem mit der Regelung des Gesamtsystems, Größe, Ausrichtung,… und die anschleißende Optimierung des Gesamtsystems (hydraulischer Abgleich, drehzahl geregelte delta T Pumpen,..).
    Wenn Sie Interesse haben zeigen wir Ihnen einige Anlagen Online und können Life die Vor- und Nachteile aufzeigen.
    Einsparungen von 30% und mehr sind machbar, realistische Amortisationszeiten von 12 bis 15 Jahren ebenfalls.

    Viel Spaß
    Der Gebäudeflüster

  9. Roland |

    Hallo Dirk,

    ich habe selber eine Solaranlage seit 2006. Als hauptsächliche Heizungquelle habe ich eine Stückholzheizung. Die Solarthermie ist auch für die Heizungsunterstützung ausgelegt. Wird die Heizung jedoch benötigt liefert die Thermie eigentlich nicht genügend Wärme. Somit wird eigentlich nur das Brauchwasser im Sommer erwärmt. Dies reicht mir jedoch aus, da ich somit ab April bis ca. September nicht anzuheizen brauche.

    mfg
    Roland

  10. Jürgen |

    Hier ist eine Seite, die die erzeugte Wärmemenge einer Anlage darstellt.
    http://www.degwer.de/solarhome.htm
    Die Zahlen passen nicht hundertprozentig in der Summe, aber die Übersicht stellt eindeutig dar, dass sich die Heizungsunterstützung durch Solarthermie sich in den Monaten November bis Februar nicht rechnet!
    Bei einem heutigen Gaspreis von 6,6 cent pro KWh erreicht man in diesen Monaten keine Ersparnis von 30 Euro!
    Bei einem nicht gut isoliertem Haus beginnt die Heizungszeit vielleicht schon im September und Oktober und geht bis Mai, hier erwirtschaftet eine Anlage schon mehr.
    Unzweifelhaft ist die Wirtschaftlichkeit für Warmwasserbereitung im Sommer, aber hierzu reicht eine geringere Kollektorfläche, als wenn man eine Heizungsunterstützung erreichen möchte.
    Ist das Haus gut isoliert, verkürzt sich die Zeit der Heizperiode, und die Menge an Energie die man zum heizen benötigt.
    Also überlegen wie groß der Kollektor auf dem Dach sein muß und was man damit erreichen kann.

    Grüße Jürgen

  11. EnergieInsel |

    „Heizungsunterstützung“ ist ein Widerspruch in sich und damit ein Schwachsinnswort.
    Denn die Heizung benötigt man bei fehlender Sonnenwärme, meist von Mitte Oktober bis Mitte März. Merke: Keine Sonne = kalte Wohnung = kein Solarertrag.
    Für die Warmwasserbereitung im Sommer sind thermische Anlagen bestens geeignet, zu mehr nicht!
    „Heizungsunterstützung“ ist eine Erfindung der Solarindustrie und der Metzgerfrage „…darf’s etwas mehr sein?“ entlehnt.
    Wer die Anlage einmal drauf hat, macht kalkulatorische Verrenkungen, um seine Fehlinvestitionen zu verbergen, und die Solarindustrie lacht sich ins Fäustchen.
    Im sonnenverwöhnten Regensburg hat das ein FH-Professor bereits vor 20 Jahren gemerkt und die ganzen Kollektoren wieder aus dem Garten wegmontiert.
    Sehr lesenswert der Beitrag von Jürgen mit dem Link
    http://www.degwer.de/solarhome.htm

    So muss es sein: Die Stromerzeugung wird wieder zurück in die Regionen, also verbrauchernah, verlegt; dann sterben die Großkraftwerke und der angeblich notwendige Netzausbau aus.
    Wegen des Dilemma’s der gemäßigten Breiten (Sonnenmangel bei Wärmebedarf) kommt man im Winter ohne ein bißchen Zusatzenergie trotz bester Dämmung nicht aus.
    Und die heimliche Großkraftwerksförderer nehmen ihren Hut, siehe Röttgen.

  12. Alex |

    Keine Ahnung wie ich dieser Seite was positives zum Thema Solar abgewinnen soll:
    http://www.degwer.de/solarhome.htm

    Mit dem Spitzen-Jahreswert des solaren Ertrags von 3098 kWh hat er sich (bei 7ct/kWh Gaspreis gerechnet) 217€ gespart, das macht nach 30 Jahren 6505€ (wohlgemerkt das war der Spitzenwert und hier sind keine Wartungskosten eingerechnet).

    Wenn er also weniger ausgegeben hat kann er sich freuen, ansonsten kann er nur hoffen dass seine Anlage eine sehr lange Lebensdauer hat, damit es sich auszahlt.

    Für die Umwelt und das Gewissen ist es natürlich gut, das ist mir klar.

Is mir wurscht was für'n Senf Du abgibst, aber sag was! Hier und jetzt!

*


Schlauchfolien direkt vom Hersteller